Seit Anfang 2025 ist der Wissenschaftsraum auch auf LinkedIn zu finden – und damit genau dort, wo Austausch, Vernetzung und Einblicke in wissenschaftliche Arbeit immer wichtiger werden. Mit dem neuen Auftritt möchte der Forschungsverbund zeigen, was im Wissenschaftsraum passiert, wer dahintersteht und warum gemeinsame Forschung über Institutionsgrenzen hinweg so spannend ist.
Einblicke in Forschung, Zusammenarbeit und Menschen
Im Mittelpunkt der LinkedIn-Präsenz stehen nicht nur Projekte und Forschungsthemen, sondern vor allem die Menschen im Wissenschaftsraum. In regelmäßigen Beiträgen stellen sich Mitglieder des Verbundes vor, geben Einblicke in ihre Arbeit und erzählen, was sie zur Zusammenarbeit im Wissenschaftsraum motiviert. Formate wie das #WVTeamSpotlight machen sichtbar, wie vielfältig der Verbund ist und welche Ideen, Perspektiven und Erfahrungen hier zusammenkommen.
Darüber hinaus teilt der Wissenschaftsraum auf LinkedIn Einblicke hinter die Kulissen, berichtet über Veranstaltungen, Workshops und gemeinsame Aktivitäten und informiert über den Fortschritt zentraler Projekte – darunter auch das Niedersachsenpanel als eines der Kernprojekte des Verbundes. Ziel ist es, Forschung greifbar zu machen und zu zeigen, wie sie entsteht: im Austausch, im Diskutieren und im gemeinsamen Weiterdenken.
Vernetzen, mitlesen, mitdiskutieren
Der neue Kanal bietet Raum für Dialog und lädt dazu ein, mitzulesen, mitzudiskutieren und sich zu vernetzen. Ob aus Wissenschaft, Praxis oder einfach aus Interesse an Forschung – alle sind herzlich eingeladen, dem Wissenschaftsraum auf LinkedIn zu folgen und Teil der wachsenden Community zu werden.Seit Anfang 2025
Zum Start des Niedersachsenpanels führen wir ein Interview mit dem Sprecher des Wissenschaftsraums „Verhaltensökonomik und gesellschaftliche Transformation“, Prof. Dr. Mario Mechtel, der auch das Niedersachsenpanel leitet.
Lieber Herr Mechtel, im August ist das Niedersachsenpanel gestartet. In kurzen Worten: Was ist das Niedersachsenpanel und was ist die grundlegende Idee dahinter?
Das Niedersachsenpanel ist eine Datenbank mit freiwilligen Probandinnen und Probanden, die sich bereiterklären, an wissenschaftlichen Studien teilzunehmen. Wir führen einerseits Befragungsstudien durch, in denen die Teilnehmenden zu ihren Meinungen und Einschätzungen bezüglich bestimmter Themen befragt werden. Andererseits laden wir die Probandinnen und Probanden auch zu verhaltensökonomischen Entscheidungsexperimenten ein. Ziel ist es, wiederholt dieselben Personen zu befragen, um über die Zeit Veränderungen in Einstellungen und Verhalten zuverlässig messen zu können.
Wer steckt denn hinter dem Niedersachsenpanel?
Das Niedersachsenpanel ist Teil des Wissenschaftsraums „Verhaltensökonomik und gesellschaftliche Transformation“, einer Zusammenarbeit zwischen sieben niedersächsischen Universitäten (Clausthal, Göttingen, Hannover, Lüneburg, Oldenburg, Osnabrück und Vechta) sowie dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik. Gefördert wird der Wissenschaftsraum durch die VolkswagenStiftung und das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur.
Was ist das Forschungsziel und welche Fragestellungen stehen im Mittelpunkt?
Wir untersuchen, wie aktuelle Transformationsprozesse – etwa Klimawandel, Migration, Digitalisierung oder demografische Entwicklung – das Verhalten von Menschen beeinflussen. Besonders interessiert uns, wie sich Einstellungen und Entscheidungen mit der Zeit und nach bestimmten Ereignissen verändern – und wie sich diese Effekte entlang von Stadt-Land-Gefälle, Einkommen, Geschlecht, sozialem Hintergrund oder politischen Einstellungen unterscheiden. Niedersachsen ist ein Flächenland, das sehr heterogen ist. Einerseits bietet diese Heterogenität für die universitäre Grundlagenforschung spannende Möglichkeiten, weil wir untersuchen können, wie Präferenzen, Einstellungen und Entscheidungen verschiedener Bevölkerungsgruppen sich unterscheiden. Andererseits ist es aus einer politischen Sicht in diesen Zeiten extrem spannend und relevant, all diese Heterogenitäten abzubilden, um Politikempfehlungen abzuleiten und dazu beizutragen, politische Entscheidungen zu verbessern.
Wer kann mitmachen – und was erwartet Teilnehmende?
Teilnehmen können alle Erwachsenen mit Wohnsitz in Niedersachsen. Die Anmeldung ist kostenlos, freiwillig und kann jederzeit widerrufen werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten regelmäßig Einladungen zu Studien und können dann selbst entscheiden, an welchen sie teilnehmen. Bei Befragungsstudien erhalten sie eine pauschale Vergütung, die sich an der Länge der Studie orientiert. Bei verhaltensökonomischen Entscheidungsexperimenten ist die Vergütung variabel und hängt von den Entscheidungen der Teilnehmer ab.
Wie viele Menschen machen bislang mit und wieviel Aufwand bedeutet die Organisation des Niedersachsenpanels?
Wir haben ab Ende Juli Briefe an zufällig ausgewählte Haushalte in Niedersachsen verschickt und diese zur Teilnahme am Niedersachsenpanel eingeladen. Die Resonanz ist überwältigend. Binnen kürzester Zeit haben wir nach aktuellem Stand etwa 5.000 freiwillige Teilnehmerinnen und Teilnehmer, von denen innerhalb weniger Tage schon fast 4.000 an unserer ersten Studie teilgenommen haben. Hinter dem Niedersachsenpanel steht ein sehr engagiertes Team, das uns Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hervorragende Voraussetzungen für unsere Forschungsarbeiten bietet.
Wie geht es nun konkret weiter?
Schon bald wird die erste Studie auf Basis der ersten Befragung veröffentlicht und wir freuen uns sehr darauf, die gesellschaftlichen und politischen Debatten in Niedersachsen mit den Ergebnissen zu bereichern. Weitere Studien werden zeitnah starten und wir sind uns sicher, dass das Niedersachsenpanel mittelfristig einen festen Platz in der deutschen Forschungslandschaft einnehmen wird.
Weitere Informationen erhalten Sie hier auf unserer Homepage. Unter Teilnehmen können Sie sich selbst für die Teilnahme am Panel registrieren. Weitere Informationen zu den Aktivitäten des Wissenschaftsraums gibt es auch unter www.wissenschaftsraum-verhalten.de.